An sich selbst gescheitert

An sich selbst gescheitert

Eine unnötige 4:7 (1:3,2:1,1:3)-Niederlage kassierte die Regionalligamannschaft des Hamburger SV am Sonntagabend gegen Tabellenführer Salzgitter Icefighters - unnötig vor allem deshalb, weil mit mehr Cleverness durchaus mehr möglich gewesen wäre.

 

Der HSV begann schwungvoll und ging nach einer schönen Youngster-Kombination durch Chris Rapprich in Führung. Was folgte, war Sorglosigkeit. Salzgitters Ligatopscorer Michal Babkovic – von dem die HSV-Deckung offensichtlich bis dato nichts gehört hatte – bedankte sich für den Freiraum auf seine Weise und netzte binnen kaum vier Minuten gleich drei Mal ein. Der HSV fand danach im ersten Abschnitt nicht mehr ins Spiel zurück.

 

Im zweiten Drittel zeigte sich die HSV-Deckung besser auf die Topreihe der Salzgitteraner eingestellt, kassierte aber dennoch zunächst das 1:4 durch einen verdeckten, aber nicht unhaltbaren Distanzschuß. Ein Doppelschlag binnen weniger Sekunden durch Heitmann und Kovacs brachte den HSV jedoch nach der Hälfte der Spielzeit wieder auf ein Tor heran.

 

Genug Zeit blieb also, um ohne taktisches Harakiri auf den Ausgleich zu drängen. Der HSV spielte sich auch Gelegenheiten heraus, nutzte diese jedoch nicht – um sich im letzten Abschnitt dann selbst ins Aus zu befördern: zunächst kassierte Jannik Höffgen eine Spieldauerdisziplinarstrafe und schwächte den durch verletzungsbedingte Ausfälle dezimierten Sturm zusätzlich, dann (nachdem die Unterzahlsituation schadlos überstanden wurde) legten Jonas Behrens (2-Minuten-Zeitstrafe) und Matyas Kovacs (10-Minuten-Disziplinarstrafe) quasi nach. Salzgitter ließ sich dieses Mal nicht lange bitten und erhöhte auf 3:5. Trotzdem blieb der HSV dran und konnte wieder auf 4:5 verkürzen.

 

Anderthalb Minuten vor Schluß kassierte wir das 4:6 . Es folgte eine Strafe für Salzgitter, HSV-Keeper Finn Günther blieb auf der Bank – und mußte sich ein Empty-Net-Gegentor ansehen.

 

Am Ende bleibt die Erkenntnis: um den Ligaprimus zu schlagen, muß man einfach abgeklärter agieren. Aber genau diese Abgeklärtheit soll die junge Mannschaft diese Saison ja erst entwickeln.