Am vergangenen Sonntag waren die HSV-Frauen beim Altonaer SV zu Gast und mit Blick auf die Tabelle war die Favoritenrolle eigentlich schnell verteilt. Doch es kommt ja im Leben bekanntlich häufig anders als erwartet.
Der HSV begann das Spiel beherzt und bereits in der 2. Minute brachte Nicolina Wyrobek, den Puck erstmals im Tor des ASV unter. So hätte es gern weiter gegen können, doch es dauerte bis zur 12. Minute ehe der HSV-Anhang erneut jubeln konnte. Chrissie Brokate nutzte eine Torchance und erhöhte auf 2-0. Doch bereits im 1. Drittel zeigte die Gastgeberinnen, dass sie sich nicht kampflos geschlagen geben wollten und erzielten in der 14. Minute den Anschlusstreffer zum 2-1.
Anstatt im 2. Drittel weiter Druck zu machen, ließ man den Gästen viel Raum auf dem Eis und brachte sich zusätzlich mit unnötigen Strafzeiten selbst in Bedrängnis. Der ASV bestimmte in weiten Teilen das Spiel, konnte aber glücklicherweise die herausgespielten Torchancen (noch) nicht nutzen. In der 33. Minute landete dann ein gut getroffener Schlagschluss von Nina Paetsch im gegnerischen Tor, doch wer jetzt dachte, dass 3-1 würde Ruhe ins Spiel des HSV bringen, der sah sich wieder getäuscht. In der 37. Minute konnte der ASV erneut verkürzen - hier allerdings gab es eine seltsame Entscheidung des Schiedsrichters, denn nachdem der Puck zunächst noch auf der Torlinie gestoppt werden konnte, wurde das Spiel durch einen deutlich vernehmbaren Pfiff unterbrochen und erst im Anschluss daran wurde die Scheibe über die Linie gestochert. Warum das Tor trotzdem zählte, wird nur der Schiedsrichter wissen. Aber nun gut, es stand nur noch 3-2 und mit dieser Tatsachenentscheidung galt es umzugehen. Und Fenja Burmeister machte dies sehr gut, denn binnen 1 Minute erzielte sie gleich 2 Tore und sorgte so dafür dass der HSV mit einer 5-2 Führung in die 2. Pause ging.
Nach Wiederanpfiff vergab der HSV direkt einige gute Torchancen und im Anschluss daran sorgte Chrissie Brokate dann mit einem “Verlegenheitsschuss“ für das 6-2. Offensichtlich wähne man sich beim HSV danke schon auf der Siegerstraße. Anders ist es nicht wirklich zu erklären, warum man es dem ASV ermöglichte, innerhalb von 4 Minuten diese 4-Tore-Führung zu egalisieren und zum 6-6 auszugleichen. Der gesamte Spielverlauf stand Kopf und eigentlich war nun das Momentum auf Seiten des ASV. Doch so leicht wollte auch der HSV nicht geschlagen geben und so nahmen die HSV-Frauen den Kampf endlich an. In der 55. Minute konnte Antje Mündt die gegnerische Torhüterin bezwingen und das 7-6 erzielen, was bereits ein leichtes Aufatmen zur Folge hatte. Der ASV setzte daraufhin alles auf eine Karte und nahm seine Keeperin zugunsten einer weiteren Feldspielerin von Eis. Franzi Stein konnte dies in der 60. Spielminute nutzen und traf 29 Sekunden vor Spielende zum 8-6 Endstand in das leere Tor.
Fazit: Bei frühlingshaftem Wetter machten sich die HSV-Frauen das Leben gegen den gut spielenden und aufopferungsvoll kämpfenden ASV selbst schwer. Am Ende wandern die 3 Punkte dennoch auf die Habenseite der Raute und sichern damit schon einmal die Vizemeisterschaft, da weder Altona noch Bremerhaven die Chance haben, das Team punktemäßig noch einzuholen. Über den Rest des Spiels deckt man besser den Mantel des Schweigens und hofft, dass sich der HSV beim nächsten Spiel wieder von einer besseren Seite zeigt. Am 2. März ist um 20.30 Uhr der noch ungeschlagene Tabellenführer aus Hannover in Stellingen zu Gast und wenn nach oben hin in der Tabelle noch etwas gehen soll, müssen alle verbleibenden Spiele gewonnen werden.
Fotos von Dirk Wyrobek - vielen Dank dafür!
Autor: Poldi